Eins, zwei, drei…Weihnachten vorbei

 

Badge: wertvolle Weihnacht rot

 

Es geht wieder los: die Zeitungen am Morgen strotzen vor Beilagen mit Sachen, die man mehr oder weniger braucht. Also, wenn ich mal bei mir schaue, dann habe ich ganz schön viel von allem…und die Kinderzimmer,die ich kenne sind erst voll…

Ich mag Weihnachten, ich schenke gerne und gerne überraschend auch mal nur so. Herrlich diese leuchtenden Augen. Aber nachhaltig soll es gerne sein.  Nicole von MinimalistMuß hat sich da eine tolle Aktion außerhalb der Kaufhäuser ausgedacht Menschen zu unterstützen, die selber schöne Sachen herstellen oder besondere Artikel verkaufen. Weg vom normalen Einerlei und mit viel Herz. Hier bei Wertvolle Weihnacht hat Nicole beschrieben worum es geht. Bei Pinterest findet man viele tolle Ideen für das ein oder andere überraschende Geschenk. Zum Beispiel die Aufkleber von Laufkleber.de. Kinder lieben Aufkleber und haben ständig Entenfüsse- zumindest im Kindergartenalter. Wie wäre es also mal mit  Aufklebern  in den Schuhen? Oder den herrlich, anderen Stofftieren aus Biostoffen von coccoloso.de. Zu finden gibt es bei wertvolle Weihnacht mehr als genug.

Wir werden da auch noch mitmachen mit unseren Gutscheinen für eine Auszeit bei uns im FAIRhaus, den Brotaufstrichen, unserem Lemoncurd oder den Kekspäckchen. Und natürlich auch den Hundekeksen.

Für eine nachhaltige, schöne und entspannte Weihnachtszeit!

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Für eine gemütliche Zeit

Sammeln oder nicht?

Neben dem Thema der Energie spielt natürlich auch bei der Zubereitung im Café die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wir versuchen so viel wie möglich selbst herzustellen und das möglichst aus Produkten aus der ganz nahen Umgebung. Die müssen nicht zwangsweise ein Biosiegel haben. Gut wenn ja, aber alle Produkte, die wir in unserem FAIRcafé verarbeiten müssen gut produziert werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie teuer diese ganzen Lizenzen sind und was sie für Arbeit machen. Das ist für kleine Betriebe kaum darstellbar. Mir ist es wichtig die Menschen, die hinter ihren Produkten stehen zu kennen und ich vertraue ihnen. Auch deswegen sind wir bei FEINHEIMISCH. Hier haben sich Produzenten, Restaurants und Förderer zusammengeschlossen um die schleswig-holsteinischen Produkte zu fördern. Ähnlich wie bei Slow Food geht es auch darum alte Rezepturen und Lebensmittel aus Schleswig-Holstein am Leben  zu erhalten.

Na dann mal los!

Sonnenaufgang im Herbst
Sonnenaufgang im Herbst

Herbst was für eine tolle Jahreszeit: Bodennebel verhüllen alles in weiß und grau bis die Sonne zwischen den Wolken hervorkommt und immer stärker wird. Natürlich gibts es auch mal die Tage mit Nieselregen oder mehr. Die kann man ja gut am Schreibtisch verbringen. Auf jeden Fall gibt es draußen jede Menge zu tun, zu pflanzen und zu ernten. Also doch wieder Energie…nur anders.

Herrlicher Sonnenschein lockte mich neulich in den Garten. Los gings mit Körben und Eimer ausgestattet aufs Feld hinter unserem Haus. Was für ein Luxus. Holunder, Japanische Weinbeeren, Pflaumen, Ebereschen, Himbeeren und Brombeeren warteten darauf geerntet zu werden. Die reinste wilde Obstplantage. Etliche Male verfing ich mich in den Ausläufern der Brombeeren natürlich weil oben die „schönsten“ hingen. Natürlich überlege ich mir auch genau wo ich ernte. Sicher bewirtschaften wir unseren Hof ganz ökologisch, arbeiten ohne Spritzmittel, Unkrautvernichter und Monsanto – das sieht jeder, der bei uns auf den Hof kommt-. Was ich nicht beeinflussen kann ist alles, was von Nachbarn, den Landwirten oder den Flugzeugen etc. eingebracht wird…Wir leben eben nicht unter einer Glocke. Manche Ecken wo der Eintrag von anderen deutlich zu sehen ist lass ich einfach aus. Ist ja genug Platz da. Eines darf man auch nicht vergessen zu erwähnen: immer nur das ernten, was man kennt.

Auch ernten kostet Zeit, oder?

Ganz schön meditativ so ein ernten ganz alleine mit sich, dem Summen der Insekten und der Sonne. Mit der Familie geht das deutlich lauter zu, wenn einer den anderen fröhlich anstachelt: hier sind noch welche! Hier oben noch! Jetzt war bis auf den Trecker auf dem Nachbargelände kein Mensch zu hören. Es wurde gerade gepflügt und ab und zu hörte man die Steine an den Pflug knallen. Nur Fritzi , unser Hofhund, war in der Nähe und freute sich die vielen Tierspuren zu erschnüffeln. Und davon gibts hier einige vom Kaninchen, Fasanen bis zu den Rehen.

Brombeersaft, wollte ich einkochen. Dafür brauchte ich aber noch etliche Beeren und mein Eimer war nur halb voll. Okay, wir hatten ja auch erst letzte Woche geerntet. Das mußte also auf einen anderen Tag vertagt werden. Schließlich gibts ja noch mehr zu ernten. Überall hängen noch viele unreife Früchte. Hoffentlich komme ich rechtzeitig bevor die Vögel die holen.

Eine Wanne Holunderbeeren war dagegen schnell geerntet. Der Holundersaft aus dem letzten Jahr war gerade für die letzte Erkältung verbraucht. Zeit für neuen. Diesmal wirds ganz schön aufwendig mit dem Saften da der alte seinen Dienst aufgegeben hat. Also nach dem Waschen und putzen einmal normal mit etwas Wasser aufkochen und durch ein grobes Tuch filtern. Nochmal mit etwas Zucker aufkochen und in heiß gespülte Flaschen abfüllen. Dann braucht er nur noch bei Bedarf mit kochendem Wasser verdünnt zu werden.

Ebereschen waren reichlich am Baum, nur etwas schlecht zu erreichen, jedenfalls für Zwerge. Mit Erntehelfer am Stiel gings dann und hat im Ergebnis für 500g gereicht. Die werde ich jetzt erstmal einfrieren. So braucht man nicht auf den Frost zu warten der die Beeren für den Menschen genießbar macht. Vorher sind sie nicht so bekömmlich und bitter. Verarbeiten werde ich sie nachher mit Äpfeln zu gleichen Teilen. Das ist eine herb-süße Kombination.

Ebereschen
Ebereschen

Entdeckt: ein uralter Pflaumenbaum voll mit reifen Früchten. Ganz schwer zu erreichen trotz Erntehelfer. Nach einem kleinen Eimer hatte ich genug. Aber es hängen noch etliche Kilos dran. Kann ich doch endlich wieder Pflaumenmus auf dem Blech machen. Etwa 4 Kilo Pflaumen ergeben nur 6 Gläser zu 200 Gramm. Aber es schmeckt dann so wie bei Oma. Erinnerungen im Glas sozusagen.

Was vergessen? Ach die Äpfel, die so schön rot waren, dass Line schon neulich unbedingt ernten wollte. Einmal drehen und ab, so weiß man , dass sie reif sind. Ich ernte lieber erstmal eine Hälfte. Der Korb war gleich voll und zum Verarbeiten sind sie viel zu schade. Das sind so richtige Naschäpfel, die ich vor 7 Jahren zur bestandenen Meisterprüfung in der Hauswirtschaft von den Landfrauen des Kreises Schleswig-Flensburg bekommen habe- nicht die Äpfel, aber den Baum.

Jetzt fehlen noch die Brennesselsamen, Distelblüten, Haselnüsse …

Ist schon schön, wenn man so ums Haus rum ernten kann. Ich glaube ich werde nicht alles schaffen. Man soll es ja auch verarbeiten…Aber ich habe schon wieder etliche Ideen, was ich mit den Gästen machen kann. Auf dem Kneipp – Seminar neulichst hatte ich ja schon mit meinem Zitronen – Brennesselaufstrich für Überraschung gesorgt. Übrigens gehört Bewegung an frischer Luft und gutes Essen auch zu einer der 5 Säulen nach Kneipp.

Alle die jetzt auch mal ernten möchten, aber selbst keinen Garten haben sollten mal bei Mundraub.org  vorbeischauen. Da findet man öffentliche Sammelstellen und kann selber auch welche eintragen. Natürlich findet man dort auch die Regeln für das ernten. Fragen sollte man schon wem das Obst gehört… Aber es wäre auch schade wenn es sonst einfach verfaulen würde. Manchmal gibts ja auch einen Nachbarn, der seine Früchte gar nicht erntet. Dann wirds so richtig nachhaltig.

Und nicht vergessen: 2/3 für den Menschen und 1/3 für die Natur! Dann bleibt alles im Gleichgewicht.

Ernte bei Janbeck*s
Gartenfrüchte

 

Stromspeicher – Von Ägypten bis Hightech

Die Lieferung der Batterie für unseren Stromspeicher erfolgte am 02-09-2015 per Spedition auf einer Euro-Palette. Gewicht 1170 kg.
Die zuvor angestellte Überlegung die Gabelstaplerbatterie mit dem eigenen Hubwagen auf Niveau zu befördern und sie anschließend mit der Ägypten Methode ging auf und die Batterie war in 1/2 Std. an Ort und Stelle bewegt. Wer Asterix gelesen hat, weiß wie´s geht: schwere Lasten auf kurzen Besenstielen aus Hartholz rollen. Die waren schon schlau. Mal schauen, ob unsere Enkeltochter sich beim nächsten schweren Transport daran erinnert wie man es machen kann.

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1,2 t Akku auf dem Weg zu Bestimmungsort

Über der Batterie habe ich eine Furnierplatte als Kontruktionsholz angebracht an welcher später die diversen Teile befestigt wurden.

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links: geöffneter SI, recht: BatFuse (Batteriesicherung 2x 160Ah), unten: Gabelstablerakku 881Ah

Strom weg!

Am 09-09-2015 morgens war dann Jan Obernauer mit Verstärkung pünktlich zur Stelle um dann nach weiteren Vorbereitungen um 10:00h (Generalstabsmäßig geplant :-)) den Strom komplett wegzuschalten. Alle Gäste der Pension waren informiert und die Caféküche hatte sich auch gut organisiert. Johanna hatte das Mittag, das es um 12h geben sollte, schon gut vorbereitet. Das Team von Elektro Obernauer installierte den EnergieMeter von SMA sowie die Absicherung für den Sunny Island 6.0 . Diese Kombi mit der Gabelstaplerbatterie war für sie wohl auch neu. Macht nichts, man lernt nie aus.
Anschließend erfolgte die restliche Elektroinstallation und um 14:30h ging der SI in Betrieb nachdem zuvor die folgende Parameter der Standardkonfiguration verändert wurden:

SI-Parameter

Janbeck*s FAIRhaus ist fast autark

Zack und das Ganze funktioniert. Ein bischen Hightech gehört dazu. Schöne Grafiken und Statistiken. Wir versuchen noch mehr den Gleichzeitigkeitsfaktor zu beherrschen und die Großverbraucher nacheinander anzuschalten. In Italien wird das übrigens direkt vom Stromanbieter geregelt. Da geht das gleichzeitige Bedienen von Waschmaschine und Trockner und Fön nicht, weil die maximale Abnahmemenge von Strom begrenzt ist. Das entzerrt etwaige Stromspitzen. Bei uns im Pensions- und Cafébetrieb ist das nicht so einfach und manchmal nicht möglich. Wäsche, Kuchen, Spülen… alles will gleichzeitig gemacht werden. Eine tägliche Dokumentation hilft uns das in den Griff zu bekommen.

Und jetzt?

Nach gut einem Monat ist unser Bezug aus dem Netz gegen null.

Strombezug im September 2015, deutlich ist der gesunke Bezug zu sehen. Der Ausreißer am 12.09 ist ein Ampera Treffen auf unserem Hof wo wir 91 kwh an die Ampera's weitergegeben haben
Strombezug im September 2015, deutlich ist der reduzierte Strombezug zu sehen. Der Ausreißer am 12.09 ist ein Ampera Treffen auf unserem Hof wo wir 91 kwh an die Ampera’s weitergegeben haben

Die Dokumentationen in der Küche sind nicht mehr oder nur noch sporadisch nötig. Und auch sonst hat sich alles gut eingespielt. Wir sind zufrieden.

Das ist schon ein gutes Gefühl den selbst erzeugten Strom auch selber zu nutzen und kommt bei allen öffentlichen Diskussionen um Netzausbau, Ärger mit Stromversorgern usw….IMG_1426a

Stromspeicher — Ja oder nein ?

2015-09-01
Schon seit 2 Jahren überlege ich immer wieder das Für und Wider eines Stromspeichers. Hier nun die Überlegungen welche zu einer Entscheidung – ja wir beschaffen einen Speicher – geführt haben.

In unserem Betrieb erzeugen wir Strom mit einer Photovoltaik Anlage, erbaut im Jahr 2010.
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Verbrauchen tun wir von diesem Sonnenstrom ohne weitere Massnahmen >50% selbst.
Als Heizung setzen wir mittlerweile 2 Blockheizkraftwerke ein, welche Wärme und Strom in einem Gasmotor erzeugen. Auch hier nutzen wir den Strom vorrangig im Betrieb. Erst dann wird der nicht im Betrieb verbrauchte Strom ins Netz eingespeist.
Da im Betrieb auch zu Zeiten zu denen die Sonne nicht scheint oder die Blockheizkraftwerke nicht laufen, Strom verbraucht wird müssen wir trotzdem im Jahr noch ~5.000 kwh Ökostrom vom Versorger zukaufen.

Das Monitoring macht es deutlich

Um die Vorüberlegungen zu bestätigen, das der Strom wie oben beschrieben zu den NICHT Laufzeiten der Photovoltaik/BHKw’s verbraucht wird wurde im Sept. 2014 ein Strommonitoring in Betrieb genommen.
Hier sind die wesentlichen Daten für den 18. Juli 2015, ein Tag mit super Sonnenschein (150% der Sollleistung)  und den 19. Juli 2015, ein Tag mit wenig Sonne (41% der Sollleistung) in der Graphik dargestellt.

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Deutlich sind die Verbrauchsschwankungen im Tagesbetrieb zu sehen, also nicht nur Strombezug vom Versorger in der Nacht, sondern gerade bei wenig Sonne auch reichlich Strombezug am Tag. Durch den Tagesablauf und die Bedürfnisse des Café- und Pensionsbetriebes läßt sich hier nicht mehr so viel steuern wie im Privathaushalt.

Ich habe sorgfältig den Blog von Nico Treffkorn, „Stromspeicher selber bauen – DIY Workshop 25kWh nutzbar“ studiert und für uns dann folgende Eckpunkte festgelegt:

  • Speichergröße: 15kwh nutzbare Kapazität
  • Sunny Island 6.0
  • Integration des Stromspeichers ins Strommonitoring
  • erwartete Voll-Zyklen des Akku ~ 4.000

Kostenüberlegung:

  • Gestehungskosten Strom durch das BHKw <0,10€
  • Gestehungskosten Strom durch die PV bleibt unberücksichtigt, weil wir für den selbstverbrauchten Strom mehr bekommen als wenn wir diesen einspeisen.
  • Verlust durch ein/ausspeichern ~20%.
  • Differenz zwischen Strombezug(Versorger)/Erzeugung mit BHKw =>0,15€
  • Lebensdauer des Akku, 4.000 Zyklen * 15kwh = 60.000 kwh.
  • Der verwendete Akku soll incl. Zubehör ~ 3.700 € kosten.
  • bereits nach 1.500 Zyklen ist der Akku bezahlt, diese Lebensdauer sollte er auch im schlechtesten Fall erreichen.
  • der Sunny Island kann auch nach dem Lebensende des Akku, dann vielleicht mit der nächsten Akkugeneration weiter genutzt werden, folglich müßen nur die Kosten für den Akku eingespielt werden.

Fazit:

Die Beschaffung eines Stromspeichers hilft uns Spitzenverbräuche besser mit Eigenstrom abzudecken und auf dem Weg möglichst autark zu werden. Die Beschaffung ist eingeleitet (Aug. 2015) und die Installation soll in der ersten Septemberwoche erfolgen. Inbetriebnahme durch den Elektriker ist für den 09.09.2015 geplant. Im Teil2 werde ich hier über die Installation berichten.

Mal schauen ob alles so klappt wie gedacht.

Wenn man selber oder Nachhaltigkeit ansteckend wird….

Wenn Nachhaltigkeit ansteckend ist… dann passiert es, dass Häuser in Oberhausen auf einmal eine Kriech-und-Decker-Schalung aus Lärche bekommen oder andere Überlegungen.

Andrea Müller hat es auf Ihrem Blog ganz nett beschrieben.

https://unsersonnenstrom.wordpress.com/2015/08/30/so-viel-passiert/

Habt Spaß daran andere anzustecken, das ist so einfach wie beim Lachen… einfach mal ausprobieren. Es funktioniert.

Nachhaltig Urlaub machen…geht das wirklich? Felix probiert es

Neulich bekamen wir eine Anfrage vom KiKA, das ist der Kinderkanal von ARD und ZDF. In diesem Sommer sollte es in der Sendung Erde an Zukunft um das Thema Nachhaltigkeit gehen…und in unserem Fall darum nachhaltigen Urlaub zu machen. Das hat mich richtig gefreut, dass so eine Institution auf uns aufmerksam geworden ist. Da ich mich bei allen Anfragen erstmal informiere, ob es zu uns paßt habe ich mal Kinderfernsehen geschaut. Die Sendung Erde an Zukunft läuft immer Samstags um 20 Uhr für eine viertel Stunde. Das war mal spannend zu sehen, was Kinder, so ab 12 Jahren, heute so beschäftigt. Als unsere Kinder in dem Alter waren haben wir zusammen „Löwenzahn“ mit Peter Lustig geschaut, da fühlte ich mich sofort daran erinnert, nur das es heutzutage umfangreicher und moderner läuft. Ist ja klar, in den fast 20 Jahren hat sich glücklicherweise eine Menge in Richtung Umweltbewußtsein getan. Da kann man als Erwachsener noch gut etwas lernen…und ein bischen Hoffnung macht es auch.

Nach einigen Terminabsprachen gings dann los: die Redakteurin, der Moderator Felix Seibert-Daiker reisten schon abends an und so hatten wir einige Zeit unseren Betrieb anzuschauen und den Ablauf für den Dreh zu besprechen. Mit dem Kamerateam gings dann am folgenden  Tag durch den Betrieb. Ich habe unsere biologische Kläranlage mit der Wasseraufbereitung erklärt, von der eigenen Stromproduktion und dem Elektroauto erzählt, mit Felix Brot gebacken und Limonade hergestellt. Und bei allem versucht unsere Philosophie weiterzugeben: Ressourcen zu sparen mit möglichst wenig Aufwand um eine enkelfreundliche Welt zu hinterlassen.

Mit Fotographen hatte ich ja schon mehrfach zusammengearbeitet, aber mit Filmleuten war für mich das erste Mal. Szenen wurden kurz durchgesprochen, gedreht und noch mal gedreht, weil ich ins Bild gelaufen war, etwas vergessen hatte zu sagen…die Profis waren sehr geduldig mit mir und machten mir ständig Mut. Nach ein paar Stunden war Anna dann zufrieden, alles war gesagt und „im Kasten“ und das Ergebnis könnt Ihr hier anschauen:

Nachhaltig Urlaub machen- KiKa

 

Klasse, ich freu mich auf ein Wiedersehen mit Felix, Anna und dem KiKa !

Nachhaltig von Anfang an

Nachhaltig- was bedeutet das eigentlich für uns?

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft und bedeutet im weitesten Sinne, das man immer nur so viel von der Natur nimmt, wie man gerade braucht. So soll ein natürliches  Gleichgewicht in der Waage bleiben damit nachfolgende Generationen auch gut leben können.

Heute wird darüber viel gesprochen und für viele ist es Trend. Für uns war das schon immer wichtig. Wir möchten Ressourcen sparen wo es eben geht. Nicht nur weil es den Geldbeutel schont. Das fing schon an, wenn ich  Obst unter dem Wasserhahn gespült habe. Mit einer Schüssel darunter habe ich das kostbare Trinkwasser aufgefangen und zum Blumengießen genommen. Im Garten Gemüse selber ziehen, einen Kompost anlegen, Müll trennen und natürlich Energie sparen, wo es geht. Aber in der Stadt kann man eben nicht alles an Ideen umsetzen, die man hat.

Wie wir aufs Land kamen

2002 haben wir uns entschieden die Stadt zu verlassen und aufs Land zu gehen. Die Kinder waren schon aus dem Haus oder auf dem Absprung. Wohin wir wollten war erstmal noch nicht klar, es hätte auch Schweden sein können…ein alter Hof sollte es sein, mit Potential und möglichst original. Häufig sind wir nach Schweden gefahren, haben viel gesehen und Inspirationen gefunden. Wie zum Beispiel das  Café Utsikten auf dem Halandsasen.

Den Hof haben wir dann irgendwann in der Geltinger Bucht gefunden und 2003 im April angefangen zu sanieren. Die Gegend faszinierte uns, fast wie in Skandinavien und noch ziemlich ursprünglich.

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Hof bei Übernahme

Dann packen wirs mal an

Mächtig viel Arbeit lag vor uns. In Bausendungen wird immer hochgerechnet wieviel Material verbraucht worden ist. Ich hätte gerne gewußt wieviele Kabel wir aus den Wänden geholt haben, wieviel Kubikmeter Schutt wir entsorgt haben, wieviel Lehm wir aus der Erde gebuddelt haben um die Fußböden vernünftig zu isolieren etc. Egal, dafür war damals keine Zeit und wenn ich sie dann irgendwann mal haben sollte rechne ich es aus. Was wir wußten war, dass alles, was wir jetzt energetisch machen uns im nachhinein Energie spart. Jedenfalls das meiste.

So viele Ideen- so viele Entscheidungen- so viel zu beachten

Wir haben uns ganz bewußt gegen den Dämmwahn und dafür entschieden das Mauerwerk des alten Haupthauses monolitisch zu lassen um den Taupunkt nicht zu verlagern. Wohl wissend, das wir bei langanhaltendem Ostwind dann eine Strickjacke mehr anziehen müssen. Aus der Erfahrung heraus haben wir Wände nur verputzt, damit sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können. So können wir eventuell auftretende Feuchtigkeit besser sehen. Rohre für die Wasserführung haben wir in zwei Kreisläufen gelegt, weil wir damals schon Brauch/Regenwasser für Toilettenspülungen etc. nehmen wollten. An einen wassergeführten Ofen zur Energieerzeugung hatten wir auch schon gedacht. Auch Kabel haben wir seeeehr viele verlegt, für den Fall der Fälle…wenn der Fußboden erstmal verlegt ist wird es nachträglich viel schwieriger eine Leitung zu verlegen. So ging es Stück für Stück weiter.

Eingezogen sind wir in die Baustelle schon Ende Mai 2003. Im November kam dann die Heizung, ein Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Lieber wäre uns eins mit Rapsöl gewesen, aber das war zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Mittlerweile hatten wir es so kalt im Haus, dass Hund und Katze sich abwechselnd vor dem Halogenstrahler wärmten. Parallel zu der Baustelle hatte ich meine Ausbildung zur Hauswirtschaft auf dem zweiten Bildungsweg angefangen. Das bedeutete einen Tag in der Woche ohne Bauklamotten und im Warmen. Mehr zu lesen gibt es hier. Den Rest der Geschichte vom Einbau der Heizung erzähle ich gerne mal persönlich.

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Auch der Hofhund Biene braucht Wärme

Was das ausmacht- Der äußere Charakter

Ettliche Kabel, die außen am Haus angebracht waren haben wir entsorgt, kilometerweise Fugen ausgekratzt und wieder neu verfugen lassen. Es wurden Fenster nach alten Bildern von einer hiesigen Tischlerei gebaut, nach außen öffnend mit wenig Dichtung und Sprossen, so wie es sich hier gehört. Auch das Reetdach wurde neu gemacht mit Reet von der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Nicht so feinhalmig wie das aus anderen Ländern, aber das war vielleicht unser Glück, weil es besser trocknen kann.

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Fast wie neu

Wasser und so weiter

Da wir vor Ort keine Kanalisation haben, die an ein öffentliches Netz angeschlossen ist, mußten wir uns auch da etwas überlegen. Empfohlen, da den meisten bekannt, wurde uns eine Dreikammergrube. Das hieße aber Kosten durch Entsorgung. Wir haben weiter gesucht, uns informiert und belesen.

Jetzt haben wir eine vollbiologische Kläranlage, die im Prinzip wie eine Komposttoilette funktioniert: Feststoffe werden verrottet und die flüssigen Abwässer in Schilfbeeten wieder aufbereitet und für die Toilettenspülung verwendet. Das Ganze wird natürlich an mehreren Stellen beprobt, damit es keine Probleme gibt.

Schade um die Scheune

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…aber sie war nicht mehr zu halten. Die Gebäude sollten ja einen Nutzen haben, aber hier war das nicht möglich. 2004 mußte dann die alte Maschinenscheune abgerissen werden, weil sie zu marode war. Zudem stand sie zu dicht an der Nachbarsgrenze. Die Entsorgung hat uns einige Zeit in Anspruch genommen, da eine Fremdfirma ein heilloses Durcheinander hinterlassen hatte. Die alten , wenn auch weichen, Backsteine haben wir gesäubert und für Ausbesserungen aufbewahrt. Auch die alten Scheunentore liegen gut verstaut in der Scheune. Wer weiß wozu man sie noch brauchen kann.

Der Cafébau

Erst 2006 kam an diese Stelle der Cafébau mit der Pension. Mauerwerk im alten Verbund nachempfunden, dahinter Porotonsteine, eine Holzverkleidung im  Obergeschoß in „Kriech-und-Decker“ Schalung aus heimischer Lärche. Innen mit Holzfußböden aus Kiefer, skandinavisch -gelaugt und weiß geseift-, Holzfenster nach außen öffnend, einem wassergeführten Kaminofen im Café. Alles ist technisch an das bestehende Netz angebunden. Der alte Charakter eines Dreiseithofes ist wieder hergestellt und mit dem Aussehen einer Scheune läßt dieser Bau dem Reetdachhaus den Vortritt. Also gibt es auch wenig Gardinen

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Janbecks Dreiseithof 2006

 

Weiter geht´s

Anfang 2007 wurde dann der ehemalige Kuhstall entkernt und zu einem Hofladen von Blumen &mehr. Eine Solarthermieanlage kam 2008 für die Wasseraufbereitung auf das Dach des Cafébaus. In 2009 wurde der Hofladen aufgegeben und zu einem Apartment (Kuhstall) und dem Büro umgebaut. Auch ein weiterer Dachs (Blockheizkraftwerk) kam dazu um die Wärme für den geplanten Neubau mit abzudecken.

2010 wurde schließlich das PLUSenergiehaus (das Haus erzeugt mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen) von einer hiesigen Holzbaufirma aufgestellt. Hell, rollstuhlgerecht und mit nur zwei großen Wohnungen. Drinnen gibt es sogar eine Wärmerückgewinnung und eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mit seinem modernen Äußeren steht es etwas abseits von den alten Gebäuden als moderner Kontrapunkt.

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Modernes Holzhaus

Ein Puzzle ganz nebenbei

Natürlich haben wir nicht nur gebaut. Und natürlich ist die Nachhaltigkeit in unserem Betrieb noch umfassender. Mit dem Start des Pensionsbetriebes war klar, das wir den Gästen Schleswig-Holstein „schmackhaft“ machen möchten. Das zieht sich von den Hotelbetten aus einer kleinen Manufaktur in Kiel bei der wir seit 2006 die Betten bauen lassen, den auf Leinwand gezogenen (eigenen) Fotos in den Räumen, der Bilderschau im neuen Cafékino, den selbstkreierten Kissen mit denen die Räume noch ein bischen persönlicher werden oder den Produkten in unserem FAIRcafé. Wir stellen alles was geht selber her: die Brötchen, das Landbrot, die Aufstriche zum Frühstück und die Torten. Auch vegan. Und weil wir so viel selber machen, können wir auch gut auf Gäste mit Nahrungunverträglichkeiten oder besonderen Kostformen eingehen. Dabei verwenden wir Produkte und Rezepte aus Schleswig-Holstein. Mit Stolz sind wir Mitglied von FEINHEIMISCH. Wir schaffen Arbeitsplätze und wir beschäftigen unsere festangestellten Mitarbeiter rund ums Jahr.

Wir bilden zur Hauswirtschaft im ländlichen Bereich aus. Neben Kochen, Nähen und Backen vermitteln wir alles rund um die Wäscheverarbeitung, Gartenpflege, Betreuung und vieles mehr, auch in Seminaren. Und auch hier legen wir großen Wert auf ressourcenschonendes Arbeiten.

Über ein Energiemanagement kennen wir unsere Verbräuche genau und sind in der Lage sie zu steuern. Toll zu sehen wie aus vielen Puzzlesteinen ein großes Bild entsteht.

Urlaub mit gutem Gefühl

Verträgliches Reisen gehört bei unseren Gästen zum Urlaub. Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und selber begeisterte Fahrer mehrer Elektroautos. Den Sonnenstrom von unserem Dach oder aus dem BHKW können auch unsere Hausgäste laden. Wir sind seit 2010 ein sogenanntes Charge Hotel und Tesla Destination Partner.

…und neuerdings sind wir auch ein klimaneutrales Hotel.

Und ob sich das lohnt könnt Ihr hier lesen.

Viel Spaß beim Stöbern auf dieser Seite!