30 Jahre nach Tschernobyl: Atomkraft- Nein Danke!

Mal ganz persönliche Gedanken:

…heute am 30. Jahrestag nach Tschernobyl kann man doch gar nicht anders als das, was wir zu Zeiten von Brokdorf verzweifelt gerufen haben, laut hinausschreien: Atomkraft – Nein Danke!

30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sitze ich hier, ganz weit weg von Tschernobyl und die Tage damals sind so präsent als wären sie gestern: es war Kindergeburtstag bei uns, wir haben im Garten ausgelassen gefeiert, die Kinder haben in der Sandkiste getobt. Ein schöner Kindergeburtstag. Ein leichter Frühlingsregen ging abends oder war es am nächsten Tag über die kleine, norddeutsche Stadt in der wir damals lebten.

Keiner ahnte was etliche Kilometer von uns passiert war.

Zwei Tage später kamen erst die Meldungen. Immer mehr wurde bekannt. Es gab keine Handys, Facebook und dergleichen. Also brauchten die Nachrichten, die man wohl mühsam versuchte „unter dem Deckel zu halten“ auch um sich zu verbreiten. Erst gab es erhöhte Meßwerte, die aus Skandinavien gemeldet wurden, dann Tote bei Wartungsarbeiten im Kernkraftwerk von Tschernobyl.

Dann: Es hatte am 26.04.1986 in Tschernobyl einen Unfall im Kernkraftwerk gegeben.

Das war vor zwei Tagen. Und jetzt? Schrecklich diese Ungewissheit: was durfte man hier noch essen? Was sollte man tun? Wie konnten wir unsere Kinder schützen? …und nicht zuletzt was war dort mit den Menschen? Wurde denen geholfen?

Frische Waren vom Markt sollte man nur gegart essen, etliche Menschen vernichteten ihre eigenen Ernten, weil der Regen darüber gegangen war und man nicht wußte wie gefährlich das alles war.

Schrecklich diese Ungewissheit und dabei waren wir so weit weg vom eigentlichen Geschehen…

Kinder durften draußen nicht mehr spielen. Sand in den Spielkisten wurde ausgetauscht, Konserven und Produkte aus der Zeit davor bevorzugt, Milchprodukte gemieden und Pilze gar nicht gegessen werden …Wo war die Wolke runtergegangen, wohin kann man in Urlaub fahren…

Manches war aus heutiger Sicht vielleicht nicht nötig, mancher Rat vielleicht falsch. Manches klingt vielleicht hysterisch. Das passiert, wenn Fragen offen bleiben.

Fragen über Fragen. Fragen ohne Antwort. Fragen ohne Antwort, die einen zornig machen. Fragen ohne Antwort, die wohl bewußt nicht beantwortet wurden…

Wenn man wissen will wie eine Bevölkerung so richtig unwissend gehalten wird muß man nur mal die Menschen aus der ehemaligen DDR fragen. Das hat mich so richtig sprachlos gemacht. Wie ein Staat seiner Bevölkerung vorgaukeln kann „es ist alles unter Kontrolle“.

…in Tschernobyl selbst sprach man bald von einer „Todeszone“

…und heute? Wir sind kein Stück weiter, haben immer noch diverse Atomkraftwerke am laufen und wissen nicht wohin mit dem Müll.

Jetzt haben wir den „Salat“ und müssen damit leben. Mit den undichten Fässern in den Salzstöcken oder sonst wo, mit den Fässern im Meer, die sich anfangen aufzulösen mit den alten Kernkraftwerken. Wir, aber  vor allem noch viele nachfolgende Generationen müssen dafür zahlen…den Profit haben andere gemacht.

Was mich am meisten schockiert ist, dass alles so schnell in Vergessenheit gerät. Wann war nochmal Fukushima? Fünf Jahre ist das her? Wie lange sind die Versprechen her, die aus der Bestürzung heraus ein Umdenken gefordert und angekündigt haben? War das echt, oder nur wieder Effekthascherei? Was ist wirklich passiert?

Fragen über Fragen.

Wie war das nochmal mit der Halbwertszeit?

Zeit für Antworten! Zeit zum Umdenken!

Ganz persönliche Grüße von Uta Janbeck

 

 

 

Zweiter bei FAIRWÄRTS… und noch ein Gewinn

Zweiter im internationalen Wettbewerb FAIRWÄRTS , da komme ich immer noch ins Staunen, dass wir es so weit geschafft haben. Ich werde  ständig im Café darauf angesprochen wie weit wir es denn nun geschafft haben, wie es ausgegangen ist…toll das Interesse an Janbeck*s FAIRhaus und wie das von unseren Gästen honoriert wird. Ein gutes Gefühl.

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Begründung für den zweiten Preis im Ideenwettbewerb im nachhaltigen Tourismus

..und noch ein Gewinn

war der Besuch non Claudia und Ralph von MeerART

Sie hatten uns angeschrieben, ob sie mal über uns berichten dürfen… aber klar doch! Zumal sie mit ihrem Blog nicht nur über Nord- und Ostsee berichten, sondern das Thema Nachhaltigkeit besonders berücksichtigen. Das könnte passen und so war es auch. Das war noch ein Gewinn für uns.

Ich hatte sie in unsere Wohnung Wolken einquartiert, die war gerade frei und hatte bei dem diesigen Wetter noch den besten Blick. Wir hatten seit Tagen eine Nebeldecke oder tief hängende Wolken, die alles in ein diesiges „Licht“ tauschten. Eigentlich war gar kein Licht da…

Man möchte sich ja von seiner besten Seite präsentieren. Wußte ich doch, dass sie auch kritisch berichten, so wie sie es halt wahrnehmen wird es widergespiegelt. Okay, also alles schön hergerichtet. Nur Blumen waren zu kurz gekommen, die nehme ich ja am Liebsten aus dem Garten. Da weiß ich wie sie behandelt worden sind. Oder vom nahegelegenen, sehnsüchtig erwarteten Tulpenfeld. Noch gab es aber weder aus dem Garten oder vom Feld etwas zu pflücken. Also war nix da…

Fotografen haben ja ein besonderes Auge und so ging es gleich los mit Diskussionen über Motive und Deko. Vielleicht hätte hier wirklich ein schöner Strauß Blumen auf dem Tisch gereicht um das Auge zu lenken. Bei all der Diskussion habe ich dann noch eine schöne Idee für eine Verschönerung bekommen. Die braucht aber etwas Zeit für die Umsetzung . Gut Ding will Weile haben. Eigene Bilder habe ich ja schon sehr lange auf Leinwand in den Wohnungen, aber bald gibt es etwas Besonderes… ich werde darüber berichten.

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Endlich ein bischen Sonne

Die Wolken reißen auf…

im wahrsten Sinne. Während wir so fleißig hin und her diskutierten wurde das Wetter besser und Ralph konnte doch noch ein paar sehr schöne Fotos in der Wohnung Wolken und vom Hof machen. Vor allem aus Perspektiven, auf die ich noch nie gekommen war, obwohl ich ja schon etliche Fotos in den Wohnungen gemacht habe. Ob mit oder ohne Sonne, wahrscheinlich hätte er aber sowieso etwas Schönes zu Stande bekommen. Mit Licht beziehungsweise Sonne geht es eben doch besser.

Es ist noch Kuchen da…

Gut dass die Beiden da waren, so konnten wir gemeinsam den Kuchen des Vortages vernichten. Es bleibt eben manchmal doch etwas im Café über. Das verteile ich dann lieber an Gäste als alles selber zu essen oder es weg zu schmeißen. Beides hätte nicht so schöne Folgen. Kuchen kalkulieren ist eben so eine Sache. Wenn es frisch sein soll und man nichts weg schmeißen möchte, dann ist es fast wie Roulette spielen. Schönes Wetter muß auch nicht heißen, dass das Café voll wird. Wenn es vorher eine Schlechtwetterperiode gab, sind vielleicht alle im Garten oder am Strand… das ist immer eine Herausforderung. Gut, dass Reste meist nur in der Nebensaison vorkommt.

…reden wie mit Freunden

Die beiden von MeerART waren natürlich sehr interessiert, was wir so machen, wie es angefangen hat, warum eigentlich, was wir noch so vorhaben und so weiter. Außerdem träumen sie einen ähnlichen Traum. Aber wir waren ja auch neugierig , denn mit Bloggern hatten wir ja bis auf der Wave im letzten Jahr noch nie etwas zu tun. Ehrlich gesagt verstehe ich auch immer noch nicht, wie man mit bloggen Geld verdienen kann. Ich schreibe hier und nennen es Blog, weil es so genannt wird, aber das was Claudia und Ralph machen ist ja nochmal eine andere Nummer.

Ich weiß gar nicht wie lange wir so saßen. Irgendwie ist die Zeit sehr schnell vergangen. Wenn man im Gunde des Herzens das gleiche Ziel hat, dann fällt es ja nicht schwer sich zu unterhalten. Dann gibt es viele Themen und der Austausch wird wertvoll. Kein oberflächliches Geplänkel sondern intensive Gespräche. Und die Zeit verrinnt im Fluge. Schön.

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Alles ist möglich, oder?

Hey, wollt Ihr noch eine Wohnung sehen?

…na klar wolten sie. Also ab nach oben, denn über dem Café sind das Doppelzimmer und die Apartments West und Ost. Auch schön. Hier hatte alles angefangen mit unserer Pension. Bald 10 Jahre ist das her und schon von Anfang an war Nachhaltigkeit unser Thema. Es war nicht so einfach das Konzept den Menschen zu erklären, weil es so simpel ist. So einfach und kopierbar. Uns war eben die Region wichtig und das man sie mit einbezieht. Wir sind nun mal in Schleswig- Holstein und das sollte der Gast auch erleben. Von den Farben, den Bilder, den Betten bis zu den Lebensmitteln und Rezepten. Und dazu das Energiekonzept damit uns die Kosten nicht über den Kopf wachsen und wichtige Ressourcen geschont werden. Unser Urlaub mit gutem Gefühl hat sich weiter entwickelt, ist ganz breit aufgestellt und komplex.  Heute, 10 Jahre später, ist die Zeit eine andere und das Bewußtsein vieler, nicht aller, Menschen auch. Mal sehen, ob wir noch viele Menschen anstecken können.

Lecker essen

Da wir mit unserem Gesprächsstoff noch lange nicht am Ende waren, war schnell klar, dass wir den Rest des Abends bei einem leckeren Essen gerne zusammen verbringen wollten. Das Landhaus Unewatt hatte leider zu, so ging es zu Stark nach Kappeln. Da hatten wir Glück einen Tisch zu bekommen. In der Saison oder an Feiertagen sollte man aber lange vorbestellen, sonst klappt es nicht. „Wer Stark nicht kennt hat die Zeit verpennt“ könnte man sagen. Hier gibt es frischen Fisch schön auf Eis aus seiner Vitrine. So zubereitet wie jeder das gerne hätte: gegrill, gegart, gebraten, mediteran oder klassisch. Es gibt eben keine Speisekarte und das ist einfach Klasse. Wem dann gar nichts einfällt , dem macht Norbert Stark einen, oder mehrere Vorschläge. Geht auch.

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Mit Meerart bei Stark

Gesprächsstoff ohne Ende…

Was für ein netter Abend… und der Gesprächsstoff reicht für weitere Treffen. Ehrlich und echt. Angesteckt haben wir die Beiden auch, denn sie haben auch gleich etwas Werbung für unsere Schulaktion der Wave gemacht. Danke dafür.

Wir sagen aber auch „Danke“ für den schönen Bericht, den Claudia und Ralph über uns geschrieben haben. Den kann man übrigens hier nachlesen : Janbeck*s FAIRhaus- Aus Liebe zur Natur

Wir alle von Janbeck*s FAIRhaus freuen uns schon darauf Claudia und Ralph wieder zu treffen und mehr von Ihnen zu lesen. Ihr habt jetzt neue Verfolger bei MeerART!

 

 

Berlin ist eine Reise wert…

Da soll ich hin?

Ich bekam vor etwa drei Wochen einen Anruf, dass wir weitergekommen sind. Über den Wettbewerb FAIRWÄRTS habe ich hier ja schon berichtet. Wir hatten uns beworben und waren dann im Publikumsvoting gelandet….und dann kam der Anruf. Hotel, Bahn etc. waren ja schnell gebucht, aber die Tage bis dahin, bis zur ITB in Berlin, wo der Preis verliehen werden sollte waren lang. Es gab keine Information, wer denn eigentlich gewonnen hatte…

Zwei Wochen können so endlos lang sein

…selbst wenn ordentlich zu tun ist.

Endlich war der Tag da, die Reise ging ziemlich schnell.Angekommen in Berlin,raus aus der Bahn und bei herrlichem Sonnenschein rein in die Messe. Mitten ins Getümmel sozusagen. Für uns „Landeier“ waren das definitiv zu viele Menschen. Na, dann eine Insel suchen mit Strandkorb und Glück und leckerem, Feinheimischen Essen. Ist ja nicht schwierig, das gibt es nur in Schleswig Holstein beim

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Lecker und feinheimisch von Udet Schwab und seinem Team zubereitet.
IMG_20160309_123127 schlafen im Strandkorb
Schlafen im Strandkorb…

Glückswachstumsgebiet

Hier kennt man sich, wir wurden gleich toll aufgenommen, bekamen eine Führung und durften leckeren Zander von Udet und seinem Team der Tötzeria kosten.Große Aufmerksamkeit bekam der Schlafstrandkorb , der demnächst an besonderen Orten zum Schlafen draußen gebucht werden kann. Gestärkt zogen wir los ins Getümmel. Wer schon mal auf der ITB war, weiß, was das für Dimensionen sind. Wir mußten uns ganz schön beeilen um an das andere Ende der Hallen zu kommen. Schließlich wollte ich die Halle der Schweiz sehen…

Glück muß man mal haben
Glück muß man mal haben

Treffpunkt Bühne

Die zweite Insel auf dieser Messe war die Halle der nachhaltigen, touristischen Angebote. Was für eine Ruhe. man spürte deutlich den anderen Ansatz. Ein paar Teilnehmer waren schon da und zack ging die Veranstaltung los. Ein Ansprache, eine Vorstellung und schon waren wir mitten in der Preisverleihung.IMG_20160309_175003 Preisverleihung ITB

…the winner is…

…gefühlt sind wir das, aber das liegt daran, dass wir so stolz sind so weit gekommen zu sein. Die Jury hatte wie folgt entschieden:

Der dritte Preis ging an die Tourismus Gmbh Nördlicher Schwarzwald für ihr Projekt zur E-Mobilität. Der zweite Preis an Janbeck*s FAIRhaus.WOW! Das war mehr als wir erwartet hatten.

Der erste Preis an Amitabah Reisen für ihr Müllentsorgungsprojekt in Indien.

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Zweiter Preis für Janbeck*s FAIRHaus beim FAIRwärts Ideenwettbewerb für nachhaltigen Tourismus

Wahnsinn. Ja, wir sind ein kleiner, ganz normaler Familienbetrieb, machen ganz normale Sachen, die jeder nachmachen kann. Genau das wars aber, womit wir gepunktet haben. Es war noch ein schöner Abend mit netten Leuten …

Zu Fuß durch Berlin

..gings am nächsten Tag. Ein bischen Sightsseeing zum Alex, der in der Nähe des Hotels war. Es war diesig, so war es gar nicht schlimm, dass man mit Koffer nicht durch die Kontrolle kam und so wedre die Touristinfo noch den Fernsehturm betreten durfte. Na dann eben nicht.

Es gibt auch hier Inseln

…abseits vom Trubel, wie unter einer Glasglocke. Ruhiger und ab vom Getümmel: das Nikolaiviertel und die Hackschenhöfe.

Noch weiter zum Brandenburger Tor- das sah früher irgendwie ganz anders rundherum aus- und zum Reichstag. Das hat mir mit den ganzen Elektroautos vor einem Jahr auch besser gefallen. Na, ja, es war trüb an dem Tag und grün läßt noch auf sich warten.

Alles in allem…

…hat sich für uns die Reise gelohnt, wegen dem Preis, den Menschen, den Kontakten und der Erkenntnis, dass wir hier schon ganz toll wohnen, so dicht am Meer und mit „dem Café am Ende der Welt“, wie ein Gast mir sagte.

IMG_20160315_073006Café am Ende der Welt
Das Café am Rande oder am Ende der Welt?

…ach ja, und bei so viel Respektlosigkeit anderen Menschen, die dann den Müll wieder wegräumen müssen, werde ich zornig…

 Menschen gibts
Menschen gibt es…

Und hier noch die offizielle Pressemitteilung FAIRWÄRTS

Janbecks FAIRhaus is going FAIRWAERTS

…WOW wir gehen FAIRWÄRTS!

Liebe Freunde unseres Hauses!
Wir sind Teilnehmer am FAIRWÄRTS- Wettbewerb.
Das ist ein Wettbewerb bei dem es um Nachhaltigkeit in allen Facetten im Tourismus geht.
Jeder durfte mitmachen, der sich angesprochen fühlte. So haben wir uns getraut mit unserem gewachsenen Konzept von 10 Jahren gelebter Nachhaltigkeit.Von den Lebensmitteln,die wir verwenden , über die Ausbildung und die Energie…Es ist für uns schon zu einem Sport geworden zu schauen, was wir noch besser machen können. Wir brennen für Nachhaltigkeit. Aber lesen Sie selber was die Jury schreibt…FAIRWÄRTS
Wir freuen uns sehr, dass wir eine Runde weiter gekommen sind! Die Jury hat wohl über den Gewinner schon entscheiden.

Jetzt darf das Publikum für den Publikumspreis  mit abstimmen und auch selber tolle Preise gewinnen…
Bis zum 29.02.2016 dürfen  alle die Lust haben an dem Publikumsvoting teilnehmen.
Es wäre toll, wenn Sie uns unterstützen und uns eine Stimme schenken.
Es darf natürlich auch gerne weitergesagt und geteilt werden.
Die Abstimmung ist hier  http://www.fairwaerts.de/voting/

Viele Grüße und DANKE für die AufmerksamkeitIMG_2134a Uta Janbeck

Wer noch etwas mehr über uns sehen möchte findet es hier:

Was uns ausmacht

FAIRWÄRTS

Nature is speaking- sei Teil der Lösung!

Wir leben hier oben im echten Norden schon echt behütet, bekommen von den Feinstaubbelastungen in den Städten kaum etwas mit. Allenfalls merken wir die „dicke Luft“ wenn wir mal in eine richtige Großstadt fahren. Genau wie im Süden kaum jemand etwas merkt von dem ständig ansteigenden Meeresspiegel…

Oder doch nicht?

Die Winter zu warm, und zu naß, die Felder sind geflutet und die neue Ernte ertrinkt. Auf den höchsten Bergen liegt kein oder kaum Schnee, die Sommer sind zu heiß, dieBöden leiden weil sie kein Wasser mehr aufnehmen können, oder trocknen aus und werden zu Staub. Das kann man sogar hier in Schleswig – Holstein live sehen…von einem Extrem ins andere und auch noch sichtbar.

Nature is speaking!

Klar ist es schön für jemanden , der von Touristen lebt, wenn es denen in ihrem Heimatort zu heiß wird und sie die kühle Brise an der See suchen. Vor 8 Jahren hatte ich das erste Mal Gäste, denen es in Rom im Sommer zu heiß war. Die Kinder durften tagsüber nur drin spielen und die Klimaanlage blieb ausgeschaltet, weil sie sonst zu schnell krank werden. Seit etwa 3 Jahren berichten mir die Gäste aus Freiburg und anderen Teilen des deutschen Südens ähnliche Dinge…

Klimawandel kann man ja auch positiv sehen, oder?

Ich frage mich, ob ich in wenigen Jahren tatsächlich Südfrüchte und Artischocken in meinem schleswig-holsteinischen Garten anbauen kann, die Pension wäre immer gut gefüllt und vielleicht bin ich dann auch direkt am Wasser und kann vom Bauerngarten auf meinen Bootssteg…

Sei Teil der Lösung!

Nein, das möchte ich nicht erleben, weil es an anderen Stellen viel schlimmer kommen würde. Ich möchte nicht den Kopf in den Sand stecken und warten, bis es dann wirklich so kommt. Auch wenn das naiv klingt: Ich möchte etwas dafür tun den Klimawandel ein bischen aufzuhalten, zu verlangsamen, am liebsten zu beenden, aber das wird wohl nicht gehen. Oder doch?

„Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir dann zusammen“ singt Xavier Nadoo

…zumindest können wir es ja versuchen: bringen wir viele Menschen, gleich welchen Alters, dazu darüber nachzudenken was sie selbst im Kleinen dazu bereit sind zu tun. Und wenn das Versprechen „nur“ heißt mal wieder mehr mit dem Fahrrad zum einkaufen zu fahren, Fahrgemeinschaften zu bilden, Lebensmittel aus der Region zu kaufen, Eier vom Bauern  kaufen…

Ich bin dabei!

Im Juni startet eine Rallye mit 100 rein elektrischen Autos mit dem Ziel 1.000.000 solcher Versprechen von Schülern geschrieben von Bremerhaven aus nach Genf zu bringen um 1 Nachricht abzugeben : 0 Emissionen für einen erhaltenswerten Planeten, eine lebenswerte Zukunft und eine enkelfreundliche Welt.

Sei dabei!

Mach mit, als Fahrer eines Elektroautos, als Schule, als Lehrer, als Elternteil, als Schüler, als Firma, als Unterstützer. Es gibt unzählige Möglichkeiten für alle, die nicht den Kopf in den Sand stecken möchten. Schau hier : Wave2016

Ich freu mich auf Euch

IMG_2134a Uta Janbeck
Uta Janbeck

Eins, zwei, drei…Weihnachten vorbei

 

Badge: wertvolle Weihnacht rot

 

Es geht wieder los: die Zeitungen am Morgen strotzen vor Beilagen mit Sachen, die man mehr oder weniger braucht. Also, wenn ich mal bei mir schaue, dann habe ich ganz schön viel von allem…und die Kinderzimmer,die ich kenne sind erst voll…

Ich mag Weihnachten, ich schenke gerne und gerne überraschend auch mal nur so. Herrlich diese leuchtenden Augen. Aber nachhaltig soll es gerne sein.  Nicole von MinimalistMuß hat sich da eine tolle Aktion außerhalb der Kaufhäuser ausgedacht Menschen zu unterstützen, die selber schöne Sachen herstellen oder besondere Artikel verkaufen. Weg vom normalen Einerlei und mit viel Herz. Hier bei Wertvolle Weihnacht hat Nicole beschrieben worum es geht. Bei Pinterest findet man viele tolle Ideen für das ein oder andere überraschende Geschenk. Zum Beispiel die Aufkleber von Laufkleber.de. Kinder lieben Aufkleber und haben ständig Entenfüsse- zumindest im Kindergartenalter. Wie wäre es also mal mit  Aufklebern  in den Schuhen? Oder den herrlich, anderen Stofftieren aus Biostoffen von coccoloso.de. Zu finden gibt es bei wertvolle Weihnacht mehr als genug.

Wir werden da auch noch mitmachen mit unseren Gutscheinen für eine Auszeit bei uns im FAIRhaus, den Brotaufstrichen, unserem Lemoncurd oder den Kekspäckchen. Und natürlich auch den Hundekeksen.

Für eine nachhaltige, schöne und entspannte Weihnachtszeit!

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Für eine gemütliche Zeit

Sammeln oder nicht?

Neben dem Thema der Energie spielt natürlich auch bei der Zubereitung im Café die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wir versuchen so viel wie möglich selbst herzustellen und das möglichst aus Produkten aus der ganz nahen Umgebung. Die müssen nicht zwangsweise ein Biosiegel haben. Gut wenn ja, aber alle Produkte, die wir in unserem FAIRcafé verarbeiten müssen gut produziert werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie teuer diese ganzen Lizenzen sind und was sie für Arbeit machen. Das ist für kleine Betriebe kaum darstellbar. Mir ist es wichtig die Menschen, die hinter ihren Produkten stehen zu kennen und ich vertraue ihnen. Auch deswegen sind wir bei FEINHEIMISCH. Hier haben sich Produzenten, Restaurants und Förderer zusammengeschlossen um die schleswig-holsteinischen Produkte zu fördern. Ähnlich wie bei Slow Food geht es auch darum alte Rezepturen und Lebensmittel aus Schleswig-Holstein am Leben  zu erhalten.

Na dann mal los!

Sonnenaufgang im Herbst
Sonnenaufgang im Herbst

Herbst was für eine tolle Jahreszeit: Bodennebel verhüllen alles in weiß und grau bis die Sonne zwischen den Wolken hervorkommt und immer stärker wird. Natürlich gibts es auch mal die Tage mit Nieselregen oder mehr. Die kann man ja gut am Schreibtisch verbringen. Auf jeden Fall gibt es draußen jede Menge zu tun, zu pflanzen und zu ernten. Also doch wieder Energie…nur anders.

Herrlicher Sonnenschein lockte mich neulich in den Garten. Los gings mit Körben und Eimer ausgestattet aufs Feld hinter unserem Haus. Was für ein Luxus. Holunder, Japanische Weinbeeren, Pflaumen, Ebereschen, Himbeeren und Brombeeren warteten darauf geerntet zu werden. Die reinste wilde Obstplantage. Etliche Male verfing ich mich in den Ausläufern der Brombeeren natürlich weil oben die „schönsten“ hingen. Natürlich überlege ich mir auch genau wo ich ernte. Sicher bewirtschaften wir unseren Hof ganz ökologisch, arbeiten ohne Spritzmittel, Unkrautvernichter und Monsanto – das sieht jeder, der bei uns auf den Hof kommt-. Was ich nicht beeinflussen kann ist alles, was von Nachbarn, den Landwirten oder den Flugzeugen etc. eingebracht wird…Wir leben eben nicht unter einer Glocke. Manche Ecken wo der Eintrag von anderen deutlich zu sehen ist lass ich einfach aus. Ist ja genug Platz da. Eines darf man auch nicht vergessen zu erwähnen: immer nur das ernten, was man kennt.

Auch ernten kostet Zeit, oder?

Ganz schön meditativ so ein ernten ganz alleine mit sich, dem Summen der Insekten und der Sonne. Mit der Familie geht das deutlich lauter zu, wenn einer den anderen fröhlich anstachelt: hier sind noch welche! Hier oben noch! Jetzt war bis auf den Trecker auf dem Nachbargelände kein Mensch zu hören. Es wurde gerade gepflügt und ab und zu hörte man die Steine an den Pflug knallen. Nur Fritzi , unser Hofhund, war in der Nähe und freute sich die vielen Tierspuren zu erschnüffeln. Und davon gibts hier einige vom Kaninchen, Fasanen bis zu den Rehen.

Brombeersaft, wollte ich einkochen. Dafür brauchte ich aber noch etliche Beeren und mein Eimer war nur halb voll. Okay, wir hatten ja auch erst letzte Woche geerntet. Das mußte also auf einen anderen Tag vertagt werden. Schließlich gibts ja noch mehr zu ernten. Überall hängen noch viele unreife Früchte. Hoffentlich komme ich rechtzeitig bevor die Vögel die holen.

Eine Wanne Holunderbeeren war dagegen schnell geerntet. Der Holundersaft aus dem letzten Jahr war gerade für die letzte Erkältung verbraucht. Zeit für neuen. Diesmal wirds ganz schön aufwendig mit dem Saften da der alte seinen Dienst aufgegeben hat. Also nach dem Waschen und putzen einmal normal mit etwas Wasser aufkochen und durch ein grobes Tuch filtern. Nochmal mit etwas Zucker aufkochen und in heiß gespülte Flaschen abfüllen. Dann braucht er nur noch bei Bedarf mit kochendem Wasser verdünnt zu werden.

Ebereschen waren reichlich am Baum, nur etwas schlecht zu erreichen, jedenfalls für Zwerge. Mit Erntehelfer am Stiel gings dann und hat im Ergebnis für 500g gereicht. Die werde ich jetzt erstmal einfrieren. So braucht man nicht auf den Frost zu warten der die Beeren für den Menschen genießbar macht. Vorher sind sie nicht so bekömmlich und bitter. Verarbeiten werde ich sie nachher mit Äpfeln zu gleichen Teilen. Das ist eine herb-süße Kombination.

Ebereschen
Ebereschen

Entdeckt: ein uralter Pflaumenbaum voll mit reifen Früchten. Ganz schwer zu erreichen trotz Erntehelfer. Nach einem kleinen Eimer hatte ich genug. Aber es hängen noch etliche Kilos dran. Kann ich doch endlich wieder Pflaumenmus auf dem Blech machen. Etwa 4 Kilo Pflaumen ergeben nur 6 Gläser zu 200 Gramm. Aber es schmeckt dann so wie bei Oma. Erinnerungen im Glas sozusagen.

Was vergessen? Ach die Äpfel, die so schön rot waren, dass Line schon neulich unbedingt ernten wollte. Einmal drehen und ab, so weiß man , dass sie reif sind. Ich ernte lieber erstmal eine Hälfte. Der Korb war gleich voll und zum Verarbeiten sind sie viel zu schade. Das sind so richtige Naschäpfel, die ich vor 7 Jahren zur bestandenen Meisterprüfung in der Hauswirtschaft von den Landfrauen des Kreises Schleswig-Flensburg bekommen habe- nicht die Äpfel, aber den Baum.

Jetzt fehlen noch die Brennesselsamen, Distelblüten, Haselnüsse …

Ist schon schön, wenn man so ums Haus rum ernten kann. Ich glaube ich werde nicht alles schaffen. Man soll es ja auch verarbeiten…Aber ich habe schon wieder etliche Ideen, was ich mit den Gästen machen kann. Auf dem Kneipp – Seminar neulichst hatte ich ja schon mit meinem Zitronen – Brennesselaufstrich für Überraschung gesorgt. Übrigens gehört Bewegung an frischer Luft und gutes Essen auch zu einer der 5 Säulen nach Kneipp.

Alle die jetzt auch mal ernten möchten, aber selbst keinen Garten haben sollten mal bei Mundraub.org  vorbeischauen. Da findet man öffentliche Sammelstellen und kann selber auch welche eintragen. Natürlich findet man dort auch die Regeln für das ernten. Fragen sollte man schon wem das Obst gehört… Aber es wäre auch schade wenn es sonst einfach verfaulen würde. Manchmal gibts ja auch einen Nachbarn, der seine Früchte gar nicht erntet. Dann wirds so richtig nachhaltig.

Und nicht vergessen: 2/3 für den Menschen und 1/3 für die Natur! Dann bleibt alles im Gleichgewicht.

Ernte bei Janbeck*s
Gartenfrüchte

 

Wenn man selber oder Nachhaltigkeit ansteckend wird….

Wenn Nachhaltigkeit ansteckend ist… dann passiert es, dass Häuser in Oberhausen auf einmal eine Kriech-und-Decker-Schalung aus Lärche bekommen oder andere Überlegungen.

Andrea Müller hat es auf Ihrem Blog ganz nett beschrieben.

https://unsersonnenstrom.wordpress.com/2015/08/30/so-viel-passiert/

Habt Spaß daran andere anzustecken, das ist so einfach wie beim Lachen… einfach mal ausprobieren. Es funktioniert.

Nachhaltig Urlaub machen…geht das wirklich? Felix probiert es

Neulich bekamen wir eine Anfrage vom KiKA, das ist der Kinderkanal von ARD und ZDF. In diesem Sommer sollte es in der Sendung Erde an Zukunft um das Thema Nachhaltigkeit gehen…und in unserem Fall darum nachhaltigen Urlaub zu machen. Das hat mich richtig gefreut, dass so eine Institution auf uns aufmerksam geworden ist. Da ich mich bei allen Anfragen erstmal informiere, ob es zu uns paßt habe ich mal Kinderfernsehen geschaut. Die Sendung Erde an Zukunft läuft immer Samstags um 20 Uhr für eine viertel Stunde. Das war mal spannend zu sehen, was Kinder, so ab 12 Jahren, heute so beschäftigt. Als unsere Kinder in dem Alter waren haben wir zusammen „Löwenzahn“ mit Peter Lustig geschaut, da fühlte ich mich sofort daran erinnert, nur das es heutzutage umfangreicher und moderner läuft. Ist ja klar, in den fast 20 Jahren hat sich glücklicherweise eine Menge in Richtung Umweltbewußtsein getan. Da kann man als Erwachsener noch gut etwas lernen…und ein bischen Hoffnung macht es auch.

Nach einigen Terminabsprachen gings dann los: die Redakteurin, der Moderator Felix Seibert-Daiker reisten schon abends an und so hatten wir einige Zeit unseren Betrieb anzuschauen und den Ablauf für den Dreh zu besprechen. Mit dem Kamerateam gings dann am folgenden  Tag durch den Betrieb. Ich habe unsere biologische Kläranlage mit der Wasseraufbereitung erklärt, von der eigenen Stromproduktion und dem Elektroauto erzählt, mit Felix Brot gebacken und Limonade hergestellt. Und bei allem versucht unsere Philosophie weiterzugeben: Ressourcen zu sparen mit möglichst wenig Aufwand um eine enkelfreundliche Welt zu hinterlassen.

Mit Fotographen hatte ich ja schon mehrfach zusammengearbeitet, aber mit Filmleuten war für mich das erste Mal. Szenen wurden kurz durchgesprochen, gedreht und noch mal gedreht, weil ich ins Bild gelaufen war, etwas vergessen hatte zu sagen…die Profis waren sehr geduldig mit mir und machten mir ständig Mut. Nach ein paar Stunden war Anna dann zufrieden, alles war gesagt und „im Kasten“ und das Ergebnis könnt Ihr hier anschauen:

Nachhaltig Urlaub machen- KiKa

 

Klasse, ich freu mich auf ein Wiedersehen mit Felix, Anna und dem KiKa !

Nachhaltig von Anfang an

Nachhaltig- was bedeutet das eigentlich für uns?

Der Begriff kommt aus der Forstwirtschaft und bedeutet im weitesten Sinne, das man immer nur so viel von der Natur nimmt, wie man gerade braucht. So soll ein natürliches  Gleichgewicht in der Waage bleiben damit nachfolgende Generationen auch gut leben können. Heute wird darüber viel gesprochen und für viele ist es Trend. Für uns war das schon immer wichtig. Wir möchten Ressourcen sparen wo es eben geht. Nicht nur weil es den Geldbeutel schont. Das fing schon an, wenn ich  Obst unter dem Wasserhahn gespült habe. Mit einer Schüssel darunter habe ich das kostbare Trinkwasser aufgefangen und zum Blumengießen genommen. Im Garten Gemüse selber ziehen, einen Kompost anlegen, Müll trennen und natürlich Energie sparen, wo es geht. Aber in der Stadt kann man eben nicht alles an Ideen umsetzen, die man hat.

Wie wir aufs Land kamen

2002 haben wir uns entschieden die Stadt zu verlassen und aufs Land zu gehen. Die Kinder waren schon aus dem Haus oder auf dem Absprung. Wohin wir wollten war erstmal noch nicht klar, es hätte auch Schweden sein können…ein alter Hof sollte es sein, mit Potential und möglichst original. Häufig sind wir nach Schweden gefahren, haben viel gesehen und Inspirationen gefunden. Wie zum Beispiel das  Café Utsikten , auf dem Halandsasen. Den Hof haben wir dann irgendwann in der Geltinger Bucht gefunden und 2003 im April angefangen zu sanieren. Die Gegend faszinierte uns, fast wie in Skandinavien und noch ziemlich ursprünglich.

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Hof bei Übernahme

Dann packen wirs mal an

Mächtig viel Arbeit lag vor uns. In Bausendungen wird immer hochgerechnet wieviel Material verbraucht worden ist. Ich hätte gerne gewußt wieviele Kabel wir aus den Wänden geholt haben, wieviel Kubikmeter Schutt wir entsorgt haben, wieviel Lehm wir aus der Erde gebuddelt haben um die Fußböden vernünftig zu isolieren etc. Egal, dafür war damals keine Zeit und wenn ich sie dann irgendwann mal haben sollte rechne ich es aus. Was wir wußten war, dass alles, was wir jetzt energetisch machen uns im nachhinein Energie spart. Jedenfalls das meiste.

So viele Ideen- so viele Entscheidungen- so viel zu beachten

Wir haben uns ganz bewußt gegen den Dämmwahn und dafür entschieden das Mauerwerk des alten Haupthauses monolitisch zu lassen um den Taupunkt nicht zu verlagern. Wohl wissend, das wir bei langanhaltendem Ostwind dann eine Strickjacke mehr anziehen müssen. Aus der Erfahrung heraus haben wir Wände nur verputzt, damit sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können. So können wir eventuell auftretende Feuchtigkeit besser sehen. Rohre für die Wasserführung haben wir in zwei Kreisläufen gelegt, weil wir damals schon Brauch/Regenwasser für Toilettenspülungen etc. nehmen wollten. An einen wassergeführten Ofen zur Energieerzeugung hatten wir auch schon gedacht. Auch Kabel haben wir seeeehr viele verlegt, für den Fall der Fälle…wenn der Fußboden erstmal verlegt ist wird es nachträglich viel schwieriger eine Leitung zu verlegen. So ging es Stück für Stück weiter.

Eingezogen sind wir in die Baustelle schon Ende Mai 2003. Im November kam dann die Heizung, ein Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Lieber wäre uns eins mit Rapsöl gewesen, aber das war zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Mittlerweile hatten wir es so kalt im Haus, dass Hund und Katze sich abwechselnd vor dem Halogenstrahler wärmten. Parallel zu der Baustelle hatte ich meine Ausbildung zur Hauswirtschaft auf dem zweiten Bildungsweg angefangen. Das bedeutete einen Tag in der Woche ohne Bauklamotten und im Warmen. Mehr zu lesen gibt es hier. Den Rest der Geschichte vom Einbau der Heizung erzähle ich gerne mal persönlich.

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Auch der Hofhund Biene braucht Wärme

Was das ausmacht- Der äußere Charakter

Ettliche Kabel, die außen am Haus angebracht waren haben wir entsorgt, kilometerweise Fugen ausgekratzt und wieder neu verfugen lassen. Es wurden Fenster nach alten Bildern von einer hiesigen Tischlerei gebaut, nach außen öffnend mit wenig Dichtung und Sprossen, so wie es sich hier gehört. Auch das Reetdach wurde neu gemacht mit Reet von der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Nicht so feinhalmig wie das aus anderen Ländern, aber das war vielleicht unser Glück, weil es besser trocknen kann.

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Fast wie neu

Wasser und so weiter

Da wir vor Ort keine Kanalisation haben, die an ein öffentliches Netz angeschlossen ist, mußten wir uns auch da etwas überlegen. Empfohlen, da den meisten bekannt, wurde uns eine Dreikammergrube. Das hieße aber Kosten durch Entsorgung. Wir haben weiter gesucht, uns informiert und belesen. Jetzt haben wir eine vollbiologische Kläranlage, die im Prinzip wie eine Komposttoilette funktioniert: Feststoffe werden verrottet und die flüssigen Abwässer in Schilfbeeten wieder aufbereitet und für die Toilettenspülung verwendet. Das Ganze wird natürlich an mehreren Stellen beprobt, damit es keine Probleme gibt.

Schade um die Scheune

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…aber sie war nicht mehr zu halten. Die Gebäude sollten ja einen Nutzen haben, aber hier war das nicht möglich. 2004 mußte dann die alte Maschinenscheune abgerissen werden, weil sie zu marode war. Zudem stand sie zu dicht an der Nachbarsgrenze. Die Entsorgung hat uns einige Zeit in Anspruch genommen, da eine Fremdfirma ein heilloses Durcheinander hinterlassen hatte. Die alten , wenn auch weichen, Backsteine haben wir gesäubert und für Ausbesserungen aufbewahrt. Auch die alten Scheunentore liegen gut verstaut in der Scheune. Wer weiß wozu man sie noch brauchen kann.

Der Cafébau

Erst 2006 kam an diese Stelle der Cafébau mit der Pension. Mauerwerk im alten Verbund nachempfunden, dahinter Porotonsteine, eine Holzverkleidung im  Obergeschoß in „Kriech-und-Decker“ Schalung aus heimischer Lärche. Innen mit Holzfußböden aus Kiefer, skandinavisch -gelaugt und weiß geseift-, Holzfenster nach außen öffnend, einem wassergeführten Kaminofen im Café. Alles ist technisch an das bestehende Netz angebunden. Der alte Charakter eines Dreiseithofes ist wieder hergestellt und mit dem Aussehen einer Scheune läßt dieser Bau dem Reetdachhaus den Vortritt. Also gibt es auch wenig Gardinen

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Janbecks Dreiseithof 2006

 

Weiter geht´s

Anfang 2007 wurde dann der ehemalige Kuhstall entkernt und zu einem Hofladen von Blumen &mehr. Eine Solarthermieanlage kam 2008 für die Wasseraufbereitung auf das Dach des Cafébaus. In 2009 wurde der Hofladen aufgegeben und zu einem Apartment (Kuhstall) und dem Büro umgebaut. Auch ein weiterer Dachs (Blockheizkraftwerk) kam dazu um die Wärme für den geplanten Neubau mit abzudecken.

2010 wurde schließlich das PLUSenergiehaus (das Haus erzeugt mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen) von einer hiesigen Holzbaufirma aufgestellt. Hell, rollstuhlgerecht und mit nur zwei großen Wohnungen. Drinnen gibt es sogar eine Wärmerückgewinnung und eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mit seinem modernen Äußeren steht es etwas abseits von den alten Gebäuden als moderner Kontrapunkt.

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Modernes Holzhaus

Ein Puzzle ganz nebenbei

Natürlich haben wir nicht nur gebaut. Und natürlich ist die Nachhaltigkeit in unserem Betrieb noch umfassender. Mit dem Start des Pensionsbetriebes war klar, das wir den Gästen Schleswig-Holstein „schmackhaft“ machen möchten. Das zieht sich von den Hotelbetten aus einer kleinen Manufaktur in Kiel bei der wir seit 2006 die Betten bauen lassen, den auf Leinwand gezogenen (eigenen) Fotos in den Räumen, der Bilderschau im neuen Cafékino, den selbstkreierten Kissen mit denen die Räume noch ein bischen persönlicher werden oder den Produkten in unserem FAIRcafé. Wir stellen alles was geht selber her: die Brötchen, das Landbrot, die Aufstriche zum Frühstück und die Torten. Auch vegan. Und weil wir so viel selber machen, können wir auch gut auf Gäste mit Nahrungunverträglichkeiten oder besonderen Kostformen eingehen. Dabei verwenden wir Produkte und Rezepte aus Schleswig-Holstein. Mit Stolz sind wir Mitglied von FEINHEIMISCH. Wir schaffen Arbeitsplätze und bilden zur Hauswirtschaft aus. Neben Kochen, Nähen und Backen vermitteln wir alles rund um die Wäscheverarbeitung, Gartenpflege, Betreuung und vieles mehr, auch in Seminaren. Und auch hier legen wir großen Wert auf ressourcenschonendes Arbeiten. Über ein Energiemanagement kennen wir unsere Verbräuche genau und sind in der Lage sie zu steuern. Toll zu sehen wie aus vielen Puzzlesteinen ein großes Bild entsteht.

Urlaub mit gutem Gefühl

Verträgliches Reisen gehört bei unseren Gästen zum Urlaub. Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und selber begeisterte Fahrer eines Elektroautos. Den Sonnenstrom von unserem Dach oder aus dem BHKW können auch unsere Gäste laden.

…und neuerdings sind wir auch ein klimaneutrales Hotel.

Und ob sich das lohnt könnt Ihr hier lesen.

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