Sammeln oder nicht?

Neben dem Thema der Energie spielt natürlich auch bei der Zubereitung im Café die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wir versuchen so viel wie möglich selbst herzustellen und das möglichst aus Produkten aus der ganz nahen Umgebung. Die müssen nicht zwangsweise ein Biosiegel haben. Gut wenn ja, aber alle Produkte, die wir in unserem FAIRcafé verarbeiten müssen gut produziert werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie teuer diese ganzen Lizenzen sind und was sie für Arbeit machen. Das ist für kleine Betriebe kaum darstellbar. Mir ist es wichtig die Menschen, die hinter ihren Produkten stehen zu kennen und ich vertraue ihnen. Auch deswegen sind wir bei FEINHEIMISCH. Hier haben sich Produzenten, Restaurants und Förderer zusammengeschlossen um die schleswig-holsteinischen Produkte zu fördern. Ähnlich wie bei Slow Food geht es auch darum alte Rezepturen und Lebensmittel aus Schleswig-Holstein am Leben  zu erhalten.

Na dann mal los!

Sonnenaufgang im Herbst
Sonnenaufgang im Herbst

Herbst was für eine tolle Jahreszeit: Bodennebel verhüllen alles in weiß und grau bis die Sonne zwischen den Wolken hervorkommt und immer stärker wird. Natürlich gibts es auch mal die Tage mit Nieselregen oder mehr. Die kann man ja gut am Schreibtisch verbringen. Auf jeden Fall gibt es draußen jede Menge zu tun, zu pflanzen und zu ernten. Also doch wieder Energie…nur anders.

Herrlicher Sonnenschein lockte mich neulich in den Garten. Los gings mit Körben und Eimer ausgestattet aufs Feld hinter unserem Haus. Was für ein Luxus. Holunder, Japanische Weinbeeren, Pflaumen, Ebereschen, Himbeeren und Brombeeren warteten darauf geerntet zu werden. Die reinste wilde Obstplantage. Etliche Male verfing ich mich in den Ausläufern der Brombeeren natürlich weil oben die „schönsten“ hingen. Natürlich überlege ich mir auch genau wo ich ernte. Sicher bewirtschaften wir unseren Hof ganz ökologisch, arbeiten ohne Spritzmittel, Unkrautvernichter und Monsanto – das sieht jeder, der bei uns auf den Hof kommt-. Was ich nicht beeinflussen kann ist alles, was von Nachbarn, den Landwirten oder den Flugzeugen etc. eingebracht wird…Wir leben eben nicht unter einer Glocke. Manche Ecken wo der Eintrag von anderen deutlich zu sehen ist lass ich einfach aus. Ist ja genug Platz da. Eines darf man auch nicht vergessen zu erwähnen: immer nur das ernten, was man kennt.

Auch ernten kostet Zeit, oder?

Ganz schön meditativ so ein ernten ganz alleine mit sich, dem Summen der Insekten und der Sonne. Mit der Familie geht das deutlich lauter zu, wenn einer den anderen fröhlich anstachelt: hier sind noch welche! Hier oben noch! Jetzt war bis auf den Trecker auf dem Nachbargelände kein Mensch zu hören. Es wurde gerade gepflügt und ab und zu hörte man die Steine an den Pflug knallen. Nur Fritzi , unser Hofhund, war in der Nähe und freute sich die vielen Tierspuren zu erschnüffeln. Und davon gibts hier einige vom Kaninchen, Fasanen bis zu den Rehen.

Brombeersaft, wollte ich einkochen. Dafür brauchte ich aber noch etliche Beeren und mein Eimer war nur halb voll. Okay, wir hatten ja auch erst letzte Woche geerntet. Das mußte also auf einen anderen Tag vertagt werden. Schließlich gibts ja noch mehr zu ernten. Überall hängen noch viele unreife Früchte. Hoffentlich komme ich rechtzeitig bevor die Vögel die holen.

Eine Wanne Holunderbeeren war dagegen schnell geerntet. Der Holundersaft aus dem letzten Jahr war gerade für die letzte Erkältung verbraucht. Zeit für neuen. Diesmal wirds ganz schön aufwendig mit dem Saften da der alte seinen Dienst aufgegeben hat. Also nach dem Waschen und putzen einmal normal mit etwas Wasser aufkochen und durch ein grobes Tuch filtern. Nochmal mit etwas Zucker aufkochen und in heiß gespülte Flaschen abfüllen. Dann braucht er nur noch bei Bedarf mit kochendem Wasser verdünnt zu werden.

Ebereschen waren reichlich am Baum, nur etwas schlecht zu erreichen, jedenfalls für Zwerge. Mit Erntehelfer am Stiel gings dann und hat im Ergebnis für 500g gereicht. Die werde ich jetzt erstmal einfrieren. So braucht man nicht auf den Frost zu warten der die Beeren für den Menschen genießbar macht. Vorher sind sie nicht so bekömmlich und bitter. Verarbeiten werde ich sie nachher mit Äpfeln zu gleichen Teilen. Das ist eine herb-süße Kombination.

Ebereschen
Ebereschen

Entdeckt: ein uralter Pflaumenbaum voll mit reifen Früchten. Ganz schwer zu erreichen trotz Erntehelfer. Nach einem kleinen Eimer hatte ich genug. Aber es hängen noch etliche Kilos dran. Kann ich doch endlich wieder Pflaumenmus auf dem Blech machen. Etwa 4 Kilo Pflaumen ergeben nur 6 Gläser zu 200 Gramm. Aber es schmeckt dann so wie bei Oma. Erinnerungen im Glas sozusagen.

Was vergessen? Ach die Äpfel, die so schön rot waren, dass Line schon neulich unbedingt ernten wollte. Einmal drehen und ab, so weiß man , dass sie reif sind. Ich ernte lieber erstmal eine Hälfte. Der Korb war gleich voll und zum Verarbeiten sind sie viel zu schade. Das sind so richtige Naschäpfel, die ich vor 7 Jahren zur bestandenen Meisterprüfung in der Hauswirtschaft von den Landfrauen des Kreises Schleswig-Flensburg bekommen habe- nicht die Äpfel, aber den Baum.

Jetzt fehlen noch die Brennesselsamen, Distelblüten, Haselnüsse …

Ist schon schön, wenn man so ums Haus rum ernten kann. Ich glaube ich werde nicht alles schaffen. Man soll es ja auch verarbeiten…Aber ich habe schon wieder etliche Ideen, was ich mit den Gästen machen kann. Auf dem Kneipp – Seminar neulichst hatte ich ja schon mit meinem Zitronen – Brennesselaufstrich für Überraschung gesorgt. Übrigens gehört Bewegung an frischer Luft und gutes Essen auch zu einer der 5 Säulen nach Kneipp.

Alle die jetzt auch mal ernten möchten, aber selbst keinen Garten haben sollten mal bei Mundraub.org  vorbeischauen. Da findet man öffentliche Sammelstellen und kann selber auch welche eintragen. Natürlich findet man dort auch die Regeln für das ernten. Fragen sollte man schon wem das Obst gehört… Aber es wäre auch schade wenn es sonst einfach verfaulen würde. Manchmal gibts ja auch einen Nachbarn, der seine Früchte gar nicht erntet. Dann wirds so richtig nachhaltig.

Und nicht vergessen: 2/3 für den Menschen und 1/3 für die Natur! Dann bleibt alles im Gleichgewicht.

Ernte bei Janbeck*s
Gartenfrüchte

 

Wenn man selber oder Nachhaltigkeit ansteckend wird….

Wenn Nachhaltigkeit ansteckend ist… dann passiert es, dass Häuser in Oberhausen auf einmal eine Kriech-und-Decker-Schalung aus Lärche bekommen oder andere Überlegungen.

Andrea Müller hat es auf Ihrem Blog ganz nett beschrieben.

https://unsersonnenstrom.wordpress.com/2015/08/30/so-viel-passiert/

Habt Spaß daran andere anzustecken, das ist so einfach wie beim Lachen… einfach mal ausprobieren. Es funktioniert.

Nachhaltig Urlaub machen…geht das wirklich? Felix probiert es

Neulich bekamen wir eine Anfrage vom KiKA, das ist der Kinderkanal von ARD und ZDF. In diesem Sommer sollte es in der Sendung Erde an Zukunft um das Thema Nachhaltigkeit gehen…und in unserem Fall darum nachhaltigen Urlaub zu machen. Das hat mich richtig gefreut, dass so eine Institution auf uns aufmerksam geworden ist. Da ich mich bei allen Anfragen erstmal informiere, ob es zu uns paßt habe ich mal Kinderfernsehen geschaut. Die Sendung Erde an Zukunft läuft immer Samstags um 20 Uhr für eine viertel Stunde. Das war mal spannend zu sehen, was Kinder, so ab 12 Jahren, heute so beschäftigt. Als unsere Kinder in dem Alter waren haben wir zusammen „Löwenzahn“ mit Peter Lustig geschaut, da fühlte ich mich sofort daran erinnert, nur das es heutzutage umfangreicher und moderner läuft. Ist ja klar, in den fast 20 Jahren hat sich glücklicherweise eine Menge in Richtung Umweltbewußtsein getan. Da kann man als Erwachsener noch gut etwas lernen…und ein bischen Hoffnung macht es auch.

Nach einigen Terminabsprachen gings dann los: die Redakteurin, der Moderator Felix Seibert-Daiker reisten schon abends an und so hatten wir einige Zeit unseren Betrieb anzuschauen und den Ablauf für den Dreh zu besprechen. Mit dem Kamerateam gings dann am folgenden  Tag durch den Betrieb. Ich habe unsere biologische Kläranlage mit der Wasseraufbereitung erklärt, von der eigenen Stromproduktion und dem Elektroauto erzählt, mit Felix Brot gebacken und Limonade hergestellt. Und bei allem versucht unsere Philosophie weiterzugeben: Ressourcen zu sparen mit möglichst wenig Aufwand um eine enkelfreundliche Welt zu hinterlassen.

Mit Fotographen hatte ich ja schon mehrfach zusammengearbeitet, aber mit Filmleuten war für mich das erste Mal. Szenen wurden kurz durchgesprochen, gedreht und noch mal gedreht, weil ich ins Bild gelaufen war, etwas vergessen hatte zu sagen…die Profis waren sehr geduldig mit mir und machten mir ständig Mut. Nach ein paar Stunden war Anna dann zufrieden, alles war gesagt und „im Kasten“ und das Ergebnis könnt Ihr hier anschauen:

Nachhaltig Urlaub machen- KiKa

 

Klasse, ich freu mich auf ein Wiedersehen mit Felix, Anna und dem KiKa !