Nachhaltig von Anfang an

Nachhaltig- was bedeutet das eigentlich für uns?

Der Begriff kommt aus der Forstwirtschaft und bedeutet im weitesten Sinne, das man immer nur so viel von der Natur nimmt, wie man gerade braucht. So soll ein natürliches  Gleichgewicht in der Waage bleiben damit nachfolgende Generationen auch gut leben können. Heute wird darüber viel gesprochen und für viele ist es Trend. Für uns war das schon immer wichtig. Wir möchten Ressourcen sparen wo es eben geht. Nicht nur weil es den Geldbeutel schont. Das fing schon an, wenn ich  Obst unter dem Wasserhahn gespült habe. Mit einer Schüssel darunter habe ich das kostbare Trinkwasser aufgefangen und zum Blumengießen genommen. Im Garten Gemüse selber ziehen, einen Kompost anlegen, Müll trennen und natürlich Energie sparen, wo es geht. Aber in der Stadt kann man eben nicht alles an Ideen umsetzen, die man hat.

Wie wir aufs Land kamen

2002 haben wir uns entschieden die Stadt zu verlassen und aufs Land zu gehen. Die Kinder waren schon aus dem Haus oder auf dem Absprung. Wohin wir wollten war erstmal noch nicht klar, es hätte auch Schweden sein können…ein alter Hof sollte es sein, mit Potential und möglichst original. Häufig sind wir nach Schweden gefahren, haben viel gesehen und Inspirationen gefunden. Wie zum Beispiel das  Café Utsikten , auf dem Halandsasen. Den Hof haben wir dann irgendwann in der Geltinger Bucht gefunden und 2003 im April angefangen zu sanieren. Die Gegend faszinierte uns, fast wie in Skandinavien und noch ziemlich ursprünglich.

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Hof bei Übernahme

Dann packen wirs mal an

Mächtig viel Arbeit lag vor uns. In Bausendungen wird immer hochgerechnet wieviel Material verbraucht worden ist. Ich hätte gerne gewußt wieviele Kabel wir aus den Wänden geholt haben, wieviel Kubikmeter Schutt wir entsorgt haben, wieviel Lehm wir aus der Erde gebuddelt haben um die Fußböden vernünftig zu isolieren etc. Egal, dafür war damals keine Zeit und wenn ich sie dann irgendwann mal haben sollte rechne ich es aus. Was wir wußten war, dass alles, was wir jetzt energetisch machen uns im nachhinein Energie spart. Jedenfalls das meiste.

So viele Ideen- so viele Entscheidungen- so viel zu beachten

Wir haben uns ganz bewußt gegen den Dämmwahn und dafür entschieden das Mauerwerk des alten Haupthauses monolitisch zu lassen um den Taupunkt nicht zu verlagern. Wohl wissend, das wir bei langanhaltendem Ostwind dann eine Strickjacke mehr anziehen müssen. Aus der Erfahrung heraus haben wir Wände nur verputzt, damit sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können. So können wir eventuell auftretende Feuchtigkeit besser sehen. Rohre für die Wasserführung haben wir in zwei Kreisläufen gelegt, weil wir damals schon Brauch/Regenwasser für Toilettenspülungen etc. nehmen wollten. An einen wassergeführten Ofen zur Energieerzeugung hatten wir auch schon gedacht. Auch Kabel haben wir seeeehr viele verlegt, für den Fall der Fälle…wenn der Fußboden erstmal verlegt ist wird es nachträglich viel schwieriger eine Leitung zu verlegen. So ging es Stück für Stück weiter.

Eingezogen sind wir in die Baustelle schon Ende Mai 2003. Im November kam dann die Heizung, ein Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Lieber wäre uns eins mit Rapsöl gewesen, aber das war zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Mittlerweile hatten wir es so kalt im Haus, dass Hund und Katze sich abwechselnd vor dem Halogenstrahler wärmten. Parallel zu der Baustelle hatte ich meine Ausbildung zur Hauswirtschaft auf dem zweiten Bildungsweg angefangen. Das bedeutete einen Tag in der Woche ohne Bauklamotten und im Warmen. Mehr zu lesen gibt es hier. Den Rest der Geschichte vom Einbau der Heizung erzähle ich gerne mal persönlich.

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Auch der Hofhund Biene braucht Wärme

Was das ausmacht- Der äußere Charakter

Ettliche Kabel, die außen am Haus angebracht waren haben wir entsorgt, kilometerweise Fugen ausgekratzt und wieder neu verfugen lassen. Es wurden Fenster nach alten Bildern von einer hiesigen Tischlerei gebaut, nach außen öffnend mit wenig Dichtung und Sprossen, so wie es sich hier gehört. Auch das Reetdach wurde neu gemacht mit Reet von der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Nicht so feinhalmig wie das aus anderen Ländern, aber das war vielleicht unser Glück, weil es besser trocknen kann.

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Fast wie neu

Wasser und so weiter

Da wir vor Ort keine Kanalisation haben, die an ein öffentliches Netz angeschlossen ist, mußten wir uns auch da etwas überlegen. Empfohlen, da den meisten bekannt, wurde uns eine Dreikammergrube. Das hieße aber Kosten durch Entsorgung. Wir haben weiter gesucht, uns informiert und belesen. Jetzt haben wir eine vollbiologische Kläranlage, die im Prinzip wie eine Komposttoilette funktioniert: Feststoffe werden verrottet und die flüssigen Abwässer in Schilfbeeten wieder aufbereitet und für die Toilettenspülung verwendet. Das Ganze wird natürlich an mehreren Stellen beprobt, damit es keine Probleme gibt.

Schade um die Scheune

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…aber sie war nicht mehr zu halten. Die Gebäude sollten ja einen Nutzen haben, aber hier war das nicht möglich. 2004 mußte dann die alte Maschinenscheune abgerissen werden, weil sie zu marode war. Zudem stand sie zu dicht an der Nachbarsgrenze. Die Entsorgung hat uns einige Zeit in Anspruch genommen, da eine Fremdfirma ein heilloses Durcheinander hinterlassen hatte. Die alten , wenn auch weichen, Backsteine haben wir gesäubert und für Ausbesserungen aufbewahrt. Auch die alten Scheunentore liegen gut verstaut in der Scheune. Wer weiß wozu man sie noch brauchen kann.

Der Cafébau

Erst 2006 kam an diese Stelle der Cafébau mit der Pension. Mauerwerk im alten Verbund nachempfunden, dahinter Porotonsteine, eine Holzverkleidung im  Obergeschoß in „Kriech-und-Decker“ Schalung aus heimischer Lärche. Innen mit Holzfußböden aus Kiefer, skandinavisch -gelaugt und weiß geseift-, Holzfenster nach außen öffnend, einem wassergeführten Kaminofen im Café. Alles ist technisch an das bestehende Netz angebunden. Der alte Charakter eines Dreiseithofes ist wieder hergestellt und mit dem Aussehen einer Scheune läßt dieser Bau dem Reetdachhaus den Vortritt. Also gibt es auch wenig Gardinen

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Janbecks Dreiseithof 2006

 

Weiter geht´s

Anfang 2007 wurde dann der ehemalige Kuhstall entkernt und zu einem Hofladen von Blumen &mehr. Eine Solarthermieanlage kam 2008 für die Wasseraufbereitung auf das Dach des Cafébaus. In 2009 wurde der Hofladen aufgegeben und zu einem Apartment (Kuhstall) und dem Büro umgebaut. Auch ein weiterer Dachs (Blockheizkraftwerk) kam dazu um die Wärme für den geplanten Neubau mit abzudecken.

2010 wurde schließlich das PLUSenergiehaus (das Haus erzeugt mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen) von einer hiesigen Holzbaufirma aufgestellt. Hell, rollstuhlgerecht und mit nur zwei großen Wohnungen. Drinnen gibt es sogar eine Wärmerückgewinnung und eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mit seinem modernen Äußeren steht es etwas abseits von den alten Gebäuden als moderner Kontrapunkt.

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Modernes Holzhaus

Ein Puzzle ganz nebenbei

Natürlich haben wir nicht nur gebaut. Und natürlich ist die Nachhaltigkeit in unserem Betrieb noch umfassender. Mit dem Start des Pensionsbetriebes war klar, das wir den Gästen Schleswig-Holstein „schmackhaft“ machen möchten. Das zieht sich von den Hotelbetten aus einer kleinen Manufaktur in Kiel bei der wir seit 2006 die Betten bauen lassen, den auf Leinwand gezogenen (eigenen) Fotos in den Räumen, der Bilderschau im neuen Cafékino, den selbstkreierten Kissen mit denen die Räume noch ein bischen persönlicher werden oder den Produkten in unserem FAIRcafé. Wir stellen alles was geht selber her: die Brötchen, das Landbrot, die Aufstriche zum Frühstück und die Torten. Auch vegan. Und weil wir so viel selber machen, können wir auch gut auf Gäste mit Nahrungunverträglichkeiten oder besonderen Kostformen eingehen. Dabei verwenden wir Produkte und Rezepte aus Schleswig-Holstein. Mit Stolz sind wir Mitglied von FEINHEIMISCH. Wir schaffen Arbeitsplätze und bilden zur Hauswirtschaft aus. Neben Kochen, Nähen und Backen vermitteln wir alles rund um die Wäscheverarbeitung, Gartenpflege, Betreuung und vieles mehr, auch in Seminaren. Und auch hier legen wir großen Wert auf ressourcenschonendes Arbeiten. Über ein Energiemanagement kennen wir unsere Verbräuche genau und sind in der Lage sie zu steuern. Toll zu sehen wie aus vielen Puzzlesteinen ein großes Bild entsteht.

Urlaub mit gutem Gefühl

Verträgliches Reisen gehört bei unseren Gästen zum Urlaub. Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und selber begeisterte Fahrer eines Elektroautos. Den Sonnenstrom von unserem Dach oder aus dem BHKW können auch unsere Gäste laden.

…und neuerdings sind wir auch ein klimaneutrales Hotel.

Und ob sich das lohnt könnt Ihr hier lesen.

Viel Spaß beim Stöbern auf dieser Seite!

 

 

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